Szintigraphie – Eine Einführung

Unter dem Begriff der Szintigraphie ist eine Untersuchung zu verstehen, durch die sich herausstellt, wie aktiv das Gewebe des Körpers ist. Hierbei wird auch von einer nuklearmedizinischen Untersuchung gesprochen. Dabei werden sogenannte Radionukliden verwendet, also Stoffe, die zuvor radioaktiv markiert wurden. Als Folge kann der Arzt ein Bild erkennen, was die Funktionstüchtigkeit sämtlicher Organe und deren Durchblutungsverhältnisse deutlich aufzeigt. Welche radioaktiven Stoffe genau zum Einsatz kommen, hängt von dem Gewebe ab, welches untersucht werden soll. In der Schilddrüse konnten die Ärzte etwa mit Jodverbindungen besonders gute Erfahrungen gewinnen. Sollen die Untersuchungen hingegen an den Knochen stattfinden, empfehlen sich vor allem die Phosphonate. Dank der Szintigraphie kann der Arzt etwa Entzündungen des Körpers sehr genau lokalisieren und seinem Patienten so noch besser und schneller helfen. Der Grund für dieses frühzeitige Erkennen der entzündeten Stelle im Körper ist der schnellere Stoffwechsel sowie andere Umstände, die hieraus resultieren.

So funktioniert die Szintigraphie

Dem Patienten werden zunächst eine sehr geringe Menge an den kurzlebigen Radionukliden verabreicht, damit sich diese im Körper verteilen können. So reichern sich diese Stoffe in einem ganz bestimmten Gewebe oder Organ an. Erst im nächsten Schritt kommt nun ein Scanner oder eine Gammakamera zum Einsatz, und zwar mit dem Ziel, die Strahlung, die von den eingeführten Bestandteilen ausgestrahlt werden, möglichst genau zu erfassen. Danach erfolgt die Umwandlung dieser Strahlen in ein Bild, ein sogenanntes Szintigramm. Dieses Szintigramm, das also über die Möglichkeiten der Szintigraphie entstanden ist, besitzt in aller Regel die Eigenschaften eines Strichrasterbildes. Der Arzt kann nun die Aktivitätsverteilung der Gamma-Strahlung ganz leicht an der Dichte der Striche erkennen. Der Arzt kann aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrungen also sagen, dass genau dieses Gewebe, welches sehr viel von diesem verabreichten Radionuklide enthält, je nach dem individuellen Inhalt dunkler als das andere Gewebe erscheint. Somit kann ein Szintigramm mittlerweile sogar als Farbbild dargestellt werden. Dabei bedeuten die verschiedenen Farben, dass dieses untersuchte Gewebe unterschiedlich aktive Stellen enthält. Der Farbton Rot steht hierbei etwa für besonders viel Aktivität.

Hierzu dient die Szintigraphie im Einzelnen

Dank der Szintigraphie besteht für den Arzt die Möglichkeit, die Erkrankungen verschiedener Organe frühzeitig zu diagnostizieren. Welche Erkrankungen an welchem Organ dabei genau rechtzeitig festgestellt werden könnte, um eine Heilung wahrscheinlicher werden zu lassen, zeigt die folgende Liste:

  • Organ Mögliche Erkrankungen
  • Schilddrüse Überfunktion, Zysten, bösartige Tumore (Karzinome)
  • Skelett entzündliche Veränderungen, Metastasen
  • Lunge Lungenembolie
  • Herz Verengung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit)
  • Nieren Verengung der Nierenarterie (Nierenarterienstenose)

Folgendes ist bei einer Szintigraphie im Vorfeld zu beachten:

Je nachdem, welches Organ untersucht werden soll, muss der Arzt für einen bestmöglichen Ablauf der Szintigraphie ein paar Richtlinien beachten. So darf der Patient etwa, wenn die Schilddrüse untersucht werden soll, an dem Tag der Untersuchung keine Schilddrüsenmedikamente zu sich nehmen. Dagegen sollten Herzpatienten meist nüchtern zu ihrer Szintigraphie erscheinen. Diese Patienten dürfen einige Stunden vor der Untersuchung also nichts mehr essen oder trinken. Die genauen Anweisungen erfährt der Patient aber in jedem Fall von seinem Arzt. Der Arzt kann jeden Patienten am Besten ganz individuell beurteilen, und somit festlegen, was für den jeweiligen Patienten persönlich richtig und sinnvoll ist.